In der frühen römischen Religion war Libera das weibliche Äquivalent von Liber. Ursprünglich war sie eine italische Göttin; irgendwann wurde sie mit Liber, auch bekannt als Liber Pater („der freie Vater“), dem römischen Gott des Weins, der männlichen Fruchtbarkeit und einer Hüterin der plebejischen Freiheiten, gepaart. Sie tritt in die römische Geschichte als Teil eines triadischen Kultes an der Seite von Ceres und Liber ein, und zwar in einem Tempel, der um 493 v. Chr. auf dem Aventinhügel errichtet wurde.
Der Ort und der Kontext dieses frühen Kultes kennzeichnen ihre Verbindung zu Roms einfachen Bürgern oder Plebs; möglicherweise wurde ihr der Kult am 17. März im Rahmen des Liber-Festes, Liberalia, oder irgendwann während der sieben Tage von Cerealia (Mitte bis Ende April) dargeboten; bei letzterem Fest wäre sie der Ceres untergeordnet gewesen. Ansonsten ist ihre Beziehung zu ihren aventinischen
Kultpartnern ungewiss; sie hat keine bekannte einheimische Mythologie.