Das Amphitheater von Tarragona ist eine fast 1800 Jahre alte, teilweise noch gut erhaltene und restaurierte Ruine, der antiken, römischen Kolonie „Tarraco“. Auch heute wird sie noch aktiv, für Darstellungen und als Museum, genutzt. Mit wunderschöner Aussicht auf das, direkt anliegende, Mittelmeer und einem angegliedertem Park, ist das Amphitheater von Tarragona, nicht nur für Geschichtsinteressierte, ein lohnender Ausflugsort.
Besuche die Arena der Hauptstadt von Hispania citerior
1800 Jahre Unterhaltung und Sehenswertes in Tarragona
Kurze Übersicht
Adresse:
Parc de l’amfiteatre, s/n, 43003 Tarragona, T, Spanien
Baujahr:
ca. 150-200 n.Chr.
Erste Umbauten ca. 221 n.Chr. durch Elagabus
Bauart:
Besonderheit:
Teil des „Archäologischen Ensembles von Tarraco„
Eintritt:
Seit Oktober 2019, wegen eingeschränkter Besuchsbereiche, vorerst gratis
Römische Amphitheater waren öffentliche Komplexe, in denen Gladiatorenkämpfe ausgetragen wurden. Diese Kämpfe wurden zwischen Gladiatoren untereinander ausgetragen, gegen Tiere oder auch zwischen Tieren derselben oder verschiedener Arten. Gelegentlich wurden Marine- oder „Naumachia“-Shows veranstaltet.
Auch fanden in den Amphitheatern öffentliche Hinrichtungen statt, in denen Gefangene teilweise durch wilde Tiere oder Gladiatoren hingerichtet wurden.
Sehenswertes
Das Amphitheater von Tarragona ist auch heute noch ziemlich gut erhalten, wurde aber auch schon in der Antike von Kaiser Elagabus ein erstes Mal renoviert und wurde seit der Neuzeit gepflegt, restauriert und instand gehalten, um so einerseits der natürlichen Bewitterung, aber auch dem Materialrraub entgegen zu wirken.
Die Verwaltung des Komplexes erfolgt durch das Museum für Geschichte von Tarragona. Die Arena selbst gehört zum “archäologischen Ensemble von Tarraco“, welches im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde und als Kulturgut von nationalem Interesse gilt.
Das Amphitheater befindet sich im Südosten Tarragonas (bzw. damals der römischen Kolonie Tàrraco), südlich der Via Augusta. Es wurde direkt an der Küste des Mittelmeeres, auf einem Abhang, in der Nähe des Stadttors errichtet. Schon während der Errichtung hatte das Vorhandensein eines Amphitheaters eine besondere Bedeutung für die Städte des Reiches:
Tatsächlich war Tarraco eine der wenigen Städte der Provinz Hispania (Spanien), in der ein Amphitheater erbaut wurde, obwohl bereits ein Circus (langgestreckte Arena, die vor allem für Pferderennen genutzt wurde) und ein Theater zur Verfügung standen. Das war ein Privileg, das nur Hauptstädten des Imperiums zuteil wurde.
Das Amphitheater misst 130 x 120 Meter und bot in seiner Blütezeit genug Platz, um bis zu 14.000 Zuschauer unter zu bringen.
Die Arena zeigt zwei grundlegende Funktionselemente: Den Sand in der Mitte, auf dem das eigentliche Spektakel stattfand, zusammen mit administrativen Räumlichkeiten, von dem aus es geleitet wurde; hiervon sind noch eine Grube und Verbindungen zu unterirdischen Räumen vorhanden, deren tatsächliche Zwecke zur Zeit noch untersucht werden. Vermutlich dienten sie aber dazu, wilde Tiere, die Teil der Kämpfe oder Hinrichtungen waren, zu beherbergen und in die Arena zu führen.
Die Lage des Amphitheaters direkt am Hang des Hügels, der bis zum Mittelmeer hinunterführt, ermöglichte den Römern die Nutzung von großen Natursteinblöcken, aus dem gleichen Gestein, für die kompletten Tribünen; also sowohl für die unteren Caeva (für die Oberschicht des Reiches), als auch die obere Caeva (für die allgemeine Öffentlichkeit).
Zusätzlich wurden große Bauwerke aus monumentalen Bögen und Gewölben aus Opus Caementicium und als Mauerwerk aus Opus Quadratum erstellt. Die Tribunen wurden in drei Bereiche eingeteilt, durch welche die Zuschauer, nach sozialem Stand und Ansehen unterteilt plaziert wurden. Die bevorzugten Orte waren die, die dem tatächlichem Geschehen am nächsten waren. In jedem Bereich (maenianum) gab es einen Korridor, um die Wege der Teilnehmer zu erleichtern. Unterhalb der Tribünen verlief auch eine Reihe von Korridoren,die über Öffnungen oder vomitoria mit den verschiedenen Maenianum verbunden waren. Vor den vomitores
befanden sich kleine Treppen, die jedes Maenianum in keilförmige Abschnitte unterteilte. Dieses System war so funktional, dass es selbst in der heutigen Architektur von großen Stadien noch eingesetzt wird.
Der Servicekorridor hinter dem Podium, (0,87 m breit und 2,50 m hoch) war mit kleinen Steinen gepflastert, die miteinander vermörtelt wurden. Die Wand, die den Korridor abgrenzte, bestand aus Opus Vitattum. Es sind mehrere Quader der Tribünen erhalten geblieben, auf denen alte Inschriften / Schnitzereien auf die Personen hindeuten, die sie als Sitzplatz nutzten.
Archäologische Ausgrabungen im Amphitheater haben zur Bergung zahlreicher perforierter (gelöcherter) Steinblöcke geführt, die als Gegengewicht zum Anheben der Velum dienten, die Zuschauer vor der sommerlichen Hitze schützten.
Die beiden Haupttüren, die die Arena direkt mit den Nebengebäuden und dem Äußeren des Gebäudes verbanden, öffneten sich an den Enden ihrer Längsachse. An den Enden des kurzen Schachts, gab es auch Öffnungen, durch die Gladiatoren und Bestien in die Arena gelassen wurden. Unterhalb der Arena gab es Gräben, in denen die Hilfsdienste des Amphitheaters und der dort stattfindenden Shows untergebracht waren.
Direkt an dem Amphitheater von Tarragona liegt der „Parc de l’Amfiteatre“, also der Park des Amphitheaters.
Mit den Grünflächen und der wundervollen Aussicht auf das Mittelmeer – am Amphitheater vorbei – lohnt sich hier auch ein kleiner Spaziergang für all diejenigen, die sich für römische Geschichte so gar nicht begeistern können.
Tarraco Viva wurde 1999 gegründet, um Touristen und den Einheimischen die Geschichte Tarragonas näher zu bringen.
Für dieses moderne Spekatakel werden in dem Amphitheater Gladiatorenkämpfe und der Einzug von Legionären nachgestellt…; und auch heute noch füllen solche Veranstaltungen die Caeva!
Historie
Archäologischen Forschungen zufolge wurde das Amphitheater von Tarragona in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Chr. Erbaut, was den frühen, hohen Stellenwert der Colonia Tarraco beweist.
Am 21. Januar 259 n. Chr. Erlebte der Bischof von Tarragona, Fructuós, mit seinen Diakonen Auguri und Eulogi in der Arena das Martyrium – er wurde lebendig verbrannt. Zum Gedenken daran wurde an der Stelle des Martyriums eine westgotische Basilika mit drei Schiffen und einer hufeisenförmigen Apsis aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. errichtet.
Im zwölften Jahrhundert wurde die Basilika der romanischen Kirche Santa Maria del Miracle von einem lateinischen Kreuzplan überlagert: Die Überreste sind heute noch im Sand nahe der Tribünen sichtbar
Die westgotische Basilika, die im südöstlichen Teil des Komplexes erbaut wurde, bewahrte ihre Fundamente, einen Teil der Türen, Gehwege und 10 Säulenbasen.
Es war ein dreischiffiges Gebäude, umgeben von einem Friedhof mit 48 Gräbern und zwei Bestattungsplätzen.
Die Gesamtabmessungen der Basilika betrugen 22,75m x 13,00m.
Die Überreste der Kirche Santa Maria del Miracle gehören hauptsächlich zur romanischen Konstruktion mit einem lateinischen Kreuzplan und einer achteckigen Kuppel, die von konischen Säulen getragen wurde. Nach weiteren Umbauten in der Gotischen Architektur wurde der Tempel 1576 von der Erzdiözese Tarragona an die trinitarischen Mönche abgetreten, die ein Kloster mit einem großen ummauerten Innenhof errichteten.
Zwischen 1780 und 1911 war der Staat Eigentümer des Komplexes und nutzte ihn, in dieser Zeit, für verschiedene Zwecke: Im 19. Jahrhundert waren dort z.B. Gefangene untergebracht, die an den Arbeiten, zur Erweiterung des Hafens von Tarragona arbeiteten.
1911 wurde das Gelände an den Stadtrat übergeben.
Von 1914 bis 1949 wurde den Menschen durch gelegentliche Ausgrabungen die Bedeutung des Gebiets immer bewusster, obwohl erst 1951 eine systematische Ausgrabung durchgeführt wurde.