Eines der am besten erhaltenen Amphitheater im ganzen Reich!

Die am besten erhaltene römische Sehenswürdigkeit in Kroatien

Die Pula Arena (kroatisch: Pulska Arena) ist der Name des Amphitheaters in Pula, Kroatien. Die Arena ist das einzige verbliebene römische Amphitheater mit vier Seitentürmen, wobei alle drei römischen Architekturordnungen vollständig erhalten geblieben sind.

Es wurde zwischen 27 v. Chr. und 68 n. Chr. erbaut und gehört zu den sechs größten erhaltenen römischen Amphitheatern der Welt. Von den rund 200 erhaltenen römischen Amphitheatern ist es eines der besten Beispiele und auch das am besten erhaltene antike Monument in Kroatien; die Arena wird  jedoch nicht von der UNESCO auf der Liste der Weltkulturerbe aufgeführt.

Kurze Übersicht

Adresse:

Flavijevska ul., 52100, Pula, Kroatien

Baujahr:

27 v. Chr. – 68 n. Chr.

Bauart:

Besonderheit:

Das am besten erhaltene, römische Bauwerk in Kroatien und eines der am besten erhaltenen Amphitheater weltweit.

Eintritt:

ca. 9,50 Euro für Erwachsene

Römische Amphitheater waren öffentliche Komplexe, in denen Gladiatorenkämpfe untereinander oder gegen wilde Tiere und auch Kämpfe zwischen Tieren derselben oder verschiedener Arten stattfanden. Gelegentlich wurden Marine- oder „Naumachia“-Shows veranstaltet. Auch fanden in den Amphitheatern öffentliche Hinrichtungen statt, in denen Gefangene teilweise nur wilde Tiere oder Gladiatoren ermordet wurden.

Sehenswertes

Das Amphitheater wurden an einem Hang zum Meer hin gebaut, sodass die Vorder- und Rückseite unterschiedlich hoch sind: Die dem Meer zugewandte Seite besteht aus drei Stockwerken, der abgewandte Teil nur aus zwei Stockwerken. Der höchste Punkt der Außenmauer liegt bei 29,40 m Höhe. Die ersten beiden Stockwerke haben jeweils 72 Bögen, während das oberste Stockwerk aus 64 rechteckigen Öffnungen besteht. Die Außenwand des Amphitheaters wurde aus Kalkstein gebaut.

Die Länge der Achsen, des elliptischen Amphitheaters, betragen 132,45 x 105,10 m. Die Wände sind bis zu ca. 30,00 m hoch. In der Cavea, die aus 40 Reihen bestand und in zwei Ränge unterteilt wurde, konnten bis zu 23.000 Zuschauer das Treiben in der Arena beobachten.

Die Arena selbst, das eigentliche Spielfeld für die Spiele, maß 67,95 x 41,65 m und wurde mit Eisentoren vom Publikum abgetrennt.
 
Die Arena hatte insgesamt 15 Tore. Unter der Arena wurde entlang der Hauptachse eine Reihe von unterirdischen Gängen gebaut, aus denen Tiere und Kämpfer in die Arena gelassen werden konnten.
Unter den Tribünen befanden sich Geschäfte und Läden.
Jeder der vier Türme hatte zwei Zisternen, die mit parfümiertem Wasser gefüllt waren, das Brunnen speiste oder als Abkühlung auf die Zuschauer gespritzt werden konnte.

Anhand von 70 noch sichtbaren Löchern im Kranzgesims, ist heute noch das große Velarium zu erkennen. Dies war ein großes Sonnensegel, das das Amphitheater teilweise bedecken konnte, um die Zuschauer so vor Regen zu schützen oder um Schatten zu spenden.   

Unterhalb des Amphitheaters, im Hypogäum (der Ort an dem sich Maschienrie für die Bedienung der Arena, sowie die Tierkäfige befanden), kann eine derhaufte Ausstellung zur Geschichte des Öl- und Weinanbaus zur Zeit der Römer besucht werden.

Heute wird das, erstaunlich gut erhaltene Amphitheater, häufig als Veranstaltungsort für Konzerte genutzt. Dabei sind bereits Größen wie die Foo Fighters, Jamiroquai, Eros Ramazzotti und Tom Jones aufgetreten.

Die Arena wurde auch für Kinofilme wie Titus, eine Verfilmung von Shakespeares Rachetragödie Titus Andronicus von Julie Taymor aus dem Jahr 1999, genutzt.

Am 14. und 16. September 2012 wurden in der Arena sogar zwei Profi-Eishockeyspiele ausgetragen.

Historie

Die Arena wurde zwischen 27 v. Chr. und 68 n. Chr. gebaut, als die Stadt Pula zu einem regionalen Zentrum der römischen Herrschaft, genannt Pietas Julia, anwuchs. Der Name wurde von dem Sand abgeleitet, der seit der Antike den inneren Bereich bedeckte.

Sie wurde außerhalb der Stadtmauern entlang der Via Flavia, der Straße von Pula nach Aquileia und Rom, erbaut.

Das Amphitheater wurde erstmals unter Augustus (2-14 n. Chr.) aus Holz gebaut. Während der Herrschaft des Kaisers Claudius wurde es durch ein kleines steinernes Amphitheater ersetzt.

Im Jahre 79 n. Chr. wurde es wiederum erweitert, um Gladiatorenkämpfe von Vespasian zu beherbergen, und 81 n. Chr. unter Kaiser Titus fertiggestellt.
 
Das Amphitheater blieb bis ins 5. Jahrhundert in Gebrauch, als Kaiser Honorius Gladiatorenkämpfe verbot. Kämpfe zwischen Verurteilten, insbesondere den zum Tode Verurteilten, und wilden Tieren wurden jedoch erst im Jahre 681 verboten.

Im 5. Jahrhundert begann die lokale Bevölkerung die Steine des Amphitheaters zu plündern, um diese als Baumaterial zu nutzen. Im 13. Jahrhundert verbot das Patriarchat von Aquileia weitere Zerstörungen des Amphitheaters.

Im Mittelalter wurde das Innere der Arena als Weidefläche, für gelegentliche Turniere der Malteserritter und für Märkte genutzt.

1583 schlug der venezianische Senat vor, die Arena abzubauen und innerhalb Venedigs wieder aufzubauen..; dieser Vorschlag wurde allerdings abgelehnt.

Im Jahre 1709 wurde aus dem Amphitheater von Pula nochmals Stein als Baumaterial entnommen und für das Fundament des Glockenturms der Kathedrale von Pula genutzt. Dies war jedoch das letzte Mal, dass die Arena als Materialquelle genutzt wurde.

General Auguste de Marmont, als französischer Gouverneur der Illyrischen Provinzen, begann mit der Restaurierung der Arena. Diese wurde 1816 durch den Tessiner Architekten Pietro Nobile im Auftrag des Kaisers Franz I. von Österreich fortgesetzt.

Im Jahr 1932 wurde die Arena wieder für Aufführungen, militärische Zeremonien und öffentliche Versammlungen eingesetzt. In ihrem heutigen Zustand verfügt sie über rund 7000 Sitzplätze und 12.500 Plätze für Stehveranstaltungen.