Die Bibliothek des Philhellenen Hadrians im antiken Athen

Die Büchersammlung von Kaiser Hadrian

Die Hadriansbibliothek (auch als „Bibliothek der Hundert Säulen“ bezeichnet) war eine römische Bibliothek, die sich nördlich der römischen Agora in Athen befand.
Sie wurde 132 n.Chr. im Auftrag des römischen Kaisers Hadrian erbaut, um einereseits seine umfangreiche Büchersammlung zu beherbergen, aber auch um als Lesesaal und Tagungszentrum zu dienen.

Kurze Übersicht

Adresse:

Κ, Areos 3, Τ, Athina 105 55, Griechenland

Baujahr:

ca. 132 n. Chr.

Bauart:

Bibliothek

Besonderheit:

Die Hadriansbibliothek diente als Büchersammlung Kaiser Hadrians

Eintritt:

ca. 3,00 Euro (Es wird auch ein Kombiticket mit 6 weiteren Sehenswürdigkeiten in Athen angeboten)

Römisch Bibliotheken dienten als Reichsarchive, Heiligtümer für heilige Schriften und Depots für Literatur und Chroniken. Bibliotheken wurden von verschiedenen Kaisern im ganzen Reich eingerichtet und waren oft Bestandteil übergeordneter Baukomplexe (Forum, Tempel, Thermen). Die Bibliotheken in Rom wiesen häufig eine räumliche Trennung von lateinischer und griechischer Literatur auf.

Sehenswertes

Die Hadriansbibliothek bestand aus einer riesigen rechteckigen Anlage (122 m x 82 m), mit Zugang an der kurzen Westseite.

Auf dieser Seite wurde die Fassade von 14 Säulen, mit vorstehendem Gebälk, geschmückt, die ursprünglich wahrscheinlich von Statuen bekrönt waren; in der Mitte befand sich der monumentale Eingang mit vier Säulen.

Im Inneren befand sich ein enormer, viereckiger Säulengang mit insgesamt einhundert Säulen. In der Mitte des Bereichs lag ein längliches Wasserbecken, das vermutlich von einem Garten mit Statuen umgeben wurde.

Am Fuße der Säulengänge der beiden Längsseiten befanden sich auf jeder Seite drei Exedren, der in der Mitte war rechteckig und die beiden seitlichen waren halbrund: die Öffnung jeder Exedra hatte zwei Säulen.

Auf der Rückseite des Portikus, auf der dem Eingang gegenüberliegenden Seite, befanden sich die Bibliotheksräume: der größere zentrale Raum, der sich zum Portikus mit vier Säulen öffnete, hatte mit Säulen verzierte Wände und zwei Reihen von Nischen, um die Volumina (Papyrusrollen) unterzubringen. Dieser wurde von zwei kleineren Räumen flankiert, die sich zum Portikus mit zwei Säulen öffneten, hinter denen sich die Treppen befanden. An den Enden befanden sich Räume mit Stufen, die als Auditorien genutzt wurden.

Heute ist noch ein Teil der Westfassade, mit den sieben Säulen, zu sehen, die die rechte Hälfte der Wand schmückten, erhöht auf Sockeln und mit einem vorspringenden Gebälk. Die Schäfte der Säulen sind aus Cipollino-Marmor und die anderen Elemente der Ordnung und die Blöcke der Wand aus pentelischem Marmor. Auch ein Teil des zentralen Eingangs ist sichtbar,

mit einem vorspringenden Vorbau, ursprünglich mit vier Säulen, erhöht auf sieben Stufen, mit kannelierten Schäften aus Pavonazzetto-Marmor.

Historie

Hadrian besuchte, während seiner Herrschaft, mehrfach Athen und ließ dort mehrere Gebäude bauen. Nach der Fertigstellung der Hadriansbibliothek, wurde Sie im Jahr 132 n. Chr. eingeweiht und diente fortan als Tagungszentrum und Aufbewahrungsvor von Hadrians Büchersammlung.

Die Bibliothek wird von Pausanias erwähnt, der Säulen aus phrygischem Marmor (pavonazzetto), ein vergoldetes Dach und Alabasterverzierungen beschreibt.
Das Gebäude wurde bereits, bei der Plünderung Athens durch die Heruler, im Jahr 267 zerstört.

Im 5. Jahrhundert wurde in der Mitte des Hofes ein christliches Gebäude mit einem vierlappigen Grundriss errichtet, auf dem später zwei Kirchen gebaut wurden (7. und 11.-12. Jahrhundert).
Während der osmanischen Zeit entwickelte der Platz zum Sitz des Stadtgouverneurs; anschließen wurden an deren Stelle moderne Gebäude errichtet.
Nach dem Basarbrand im Jahr 1885 wurden die Reste der alten Bibliothek entdeckt und identifiziert.